Wer im iTunes-Store Filme einkauft oder ausleiht, der bekommt für sein Geld nicht viel: Ein Download des Hauptfilms – nicht selten nur in einer Sprache – ohne Extras und garantiert nicht in HD. Noch dazu ist der Download mit in einem DRM-Container (Digitals Rechte-Management) verpackt, der die “unberechtigte” (oder besser: durch den Anbieter nicht gewollte) Benutzung verhindern soll. Im Fall von Apple zählt zu den Restriktionen, dass sich keine normale Video-DVD (oder BlueRay) mit dem Film erstellen lässt, dass der Film nur auf authorisierten Computern mit installiertem iTunes läuft und – im Falle von Leihfilmen – nach einer definierten Zeitperiode “verfällt”. Das bringt zahlreiche Nachteile mit sich …
So lange der eigene Computer funktioniert und auf den Festplatten genug Speicherplatz vorhanden ist, ist die Welt beinahe noch in Ordnung. Die Einschränkung, dass die Filme nur an authorisierten Computern mit iTunes abgespielt werden können, lässt sich mit einem HDMI oder SCART-Adapter ganz gut kompensieren, solange man bei Windows oder OS-X bleibt (für Linux & Co. gibt es kein iTunes): Damit lässt sich der Computer an einen Fernseher anschließen. Auch lassen sich Filme auf USB-Festplatten, NAS-Geräten etc. auslagern – sofern man die iTunes-Bibliothek entsprechend organisiert. Das Limit mit den maximal 5 authorisierten Computern lässt sich durch temporäre De-Authorisierung auch in gewissen Grenzen flexibilisieren.
Wer aber seine teuer gekauften Filme aus dem iTunes-Store auf Video-DVD konservieren will, der hat Pech. Bisher gibt es keine legale Möglichkeit, dies zu tun. Mir ist nicht einmal eine illegale Software bekannt, die das bewerkstelligen könnte. Lediglich die reine Datei inkl. DRM-Schutz lässt sich auf eine DVD packen. Fatal, falls irgendwann der iTunes-Store schließen sollte, die Zugangsdaten verloren gehen oder irgendwann die Formate nicht mehr wieder gegeben werden können. Eine wenig erfreuliche Einschränkung dazu. Wer einen digitalen Media-Player (z.B. von Western Digital) besitzt, der hat ebenfalls schlechter Karten: DRM-Dateien können die Player nicht abspielen.
Theoretisch gibt es jedoch einen Kniff, mit dem man seine gekauften iTunes-Filme trotzdem auf Video-DVD konservieren oder für einen Media-Player aufbereiten kann. Dafür braucht man nicht einmal besondere Hardware oder irgendeine illegale Software. Einzig eine schnelle Festplatte mit ausreichend freiem Speicherplatz, ein hinreichend schneller, aktueller Prozessor und eine Software zum Aufnehmen des Bildschirminhaltes wird benötigt. Auf Apple-Computern sind hier z.B. Screenflow oder Screenium, die man für die Erstellung von Screencasts nutzt, gute Alternativen. Am PC Anwendungen wie Camtasia etc. pp. Je nach Software und Leistungsfähigkeit des eigenen Rechners müsste es dann genügen, einen Bildschirmausschnitt für die Aufnahme zu definieren und das Wiedergabefenster des Videos in diesem Bereich zu platzieren: Den Film starten, aufnehmen, konvertieren und danach ganz normal auf Video-DVD brennen oder für den eigenen Media-Player aufbereiten. Alternativ kann mit einem Adapterkabel/Adapterstecker auch ein (digitaler) Videorekorder angeschlossen werden.
Zu beachten ist dabei aber: Weder steht dieses Vorgehen in Einklang mit den Lizenzbestimmungen, die Apple für seine iTunes-Software erlassen hat, noch dürfen die aufgenommenen Filme an Dritte weitergegeben werden. Auch hier gilt: Das Urheberrecht. Deshalb würde ich niemandem empfehlen oder dazu raten, auf diese Weise legal erworbene Filme zu konservieren oder für den Gebrauch im DVD-Player und/oder Media-Player aufzubereiten. Rein juristisch betrachtet wäre diese Handlung zumindest fragwürdig. Hier muss also jeder selbst entscheiden, ob er sich eines solchen Workarounds bedient oder nicht. Ich selbst verzichte darauf, da ich nur eine Hand voll Filme im iTunes Store gekauft habe und diese im Zweifelsfall einfach durch die DVD- oder BlueRay-Variante ersetze.
Alles in allem bleibt zu hoffen, dass Apple irgendwann – ebenso wie bei Musik – von sich aus dazu übergeht, auf reaktionären Blödsinn wie DRM bei Kauffilmen zu verzichten (beim Leihfilm ist das ja noch nachvollziehbar und in Ordnung) und den Kunden, die – nebenbei bemerkt – bei Apple reichlich viel Geld für einen kastrierten Film bezahlen, auch ihre Investitionen schützen und in üblicher Weise nutzen können. Stattdessen könnte (gerade bei Filmen) auf Watermarking gesetzt werden, um im Falle eines schwarzen Schafes unter den Kunden den Weg zurück zu verfolgen. DRM ist jedenfalls out und zudem immer in irgendeiner Form umgehbar – denn schließlich wird der Film oder die Musik zu irgendeinem Zeitpunkt wiedergegeben und spätestens dann greift kein derzeit verfügbares DRM-System mehr. Mehr Kundenfreundlichkeit stünde Apple – insb. bei den verlangten Preisen – mehr als gut zu Gesicht.

[...] Vor einiger Zeit habe ich bereits etwas zum Thema iTunes und Digital Rights Management geschrieben. Aufgezeigt habe ich, wie man mit recht einfachen Mitteln den Kopierschutz von iTunes Filmen (oder auch den meisten anderen Stores mit geschützten Inhalten) umgehen kann. Wirklich legal war und ist das jedoch nicht, weshalb ich davon abrate, sich dieser Methoden zu bedienen. Neuerdings nehme ich im Hintergrundrauschen des Netzes wahr, dass mit Produkten wie beispielsweise Tunebite angeblich völlig legal der Kopierschutz von Filmen und Musikstücken “beseitigt” werden kann. Beispielsweise wird bei mp3werk in diesem Kontext für Tunebite geworben – aber auch der Hersteller selbst wirbt damit. [...]