Anonymous Operation Payback – False friends of Wikileaks

Die selbst ernannte Gruppe “Anonymous” führt derzeit einen digitalen Amoklauf durch. Die Anhänger dieser Gruppierung führen sogenannten “Distributed Denial of Service”-Attacken auf Internetseiten jener Unternehmen durch, die mit höchst fragwürdigen Begründungen – vermutlich aber auf Druck des US Regimes – Geschäftsbeziehungen zu Wikileaks aufkündigen. Prominente Beispiele sind Amazon, PayPal, Mastercard oder auch Visa. Ziel solcher Attacken ist es, die Internetseiten der betreffenden Unternehmen zu blockieren und damit den Zugriff zu erschweren.

Julian Assange stellt sich der britischen Polizei – Bullshit-Splatting bei der Süddeutschen Online

Julian Assange, der nach schwedischem Recht Frauen sexuell belästigt und vergewaltigt haben soll, hat nach einer – mit Wohlwollen – nur als lächerlich zu bezeichnenden Eskapade der schwedischen Justiz als freier Mann völlig legal und ungehindert Schweden verlassen und offenbar als genau so legal eine Zeit lang – dem vernehmen nach mit Kenntnis der dortigen Behörden – in Großbritannien gelebt. In der Zwischenzeit hat eine schwedische Staatsanwältin offenbar Morgenluft gewittert, den Fall wieder aufgenommen und Interpol eingeschaltet. Wohlgemerkt: Es geht hier zunächst nur um den Verdacht einer Straftat und noch dazu – selbst nach schwedischen Verhältnissen – eher im mittelschweren Bereich. Er hat sich – nach dem nun beim Xten Anlauf der Haftbefehl endlich auch Rechtsgültigkeit hatte, freiwillig und in Absprache zur Polizei begeben und wurde festgenommen. Wow!

PayPal boykottiert Wikileaks

Faschismus jeglicher Art ist mir ebenso zu wider wie Unternehmen, die sich als Steigbügelhalter US-Amerikanischer Außenpolitik betätigen. Mit der heutigen Meldung darüber, dass PayPal Zahlungen an Wikileaks verweigert, hat sich das Unternehmen meiner Meinung nach dazu entschieden, Faschismus und Angriffen auf die Meinungs- und Pressefreiheit nicht nur Vorschub zu leisten, sondern sich direkt und offen daran zu beteiligen.

Mit derartigen Unternehmen mache ich keine Geschäfte. Ich hoffe, dass das auch andere Menschen so sehen und PayPal den Rücken ebenso kehren, wie PayPal der freien Gesellschaft den Rücken gekehrt hat und sich auf die Seite eines Schurkenstaates gestellt hat.

Julian Assange und Wikileaks. Die Hexenjagd auf die Wahrheit und ihren Botschafter.

Es ist unglaublich. Da fordert ein möglicherweise evolutionär und geistig in der Frühsteinzeit stehen gebliebener US Gouverneur aus Arkansas mit Namen Mike Huckabee die Hinrichtung der Wikileaks-Verantwortlichen. Ganz im Stile der üblichen stumpfen, einfach strukturierten Mentalität überwiegend dummer US Politiker. Andere stimmen in den Chor ein und Assange wird dafür, dass er das dreckige Treiben der US Regierung teilweise aufdeckt mit dem Tode bedroht und mit einer Schmutzkampagne überzogen – als würde niemand merken, was da abgezogen wird und als würden die für diese Kampagne Verantwortlichen damit so einfach durchkommen. Den Mut, ihn öffentlich und sachbezogen anzuklagen und vor ein ordentliches Gericht (nicht diese erbärmlichen Schauprozesse, die mittlerweile auch in den USA immer mal wieder zu notieren sind), haben diese Feiglinge nicht.

Hillary Clinton – die ich schon längst ins politische Endlager geschickt hätte – maßt sich mit ihrem Schlappmaul an, für die Weltöffentlichkeit sprechen zu wollen, in dem Sie schreibt, dass Assange einen Angriff auf die internationale Gemeinschaft durchführe. Das tut sie aber nicht. Sie spricht – wann immer sie öffentlich spricht – nur für sich selbst und ihre Politclique. Die “Gemeinschaft”, die sie dabei meint, kann man ohnehin nur als die “Ehrenwerte Gesellschaft” der USA und ihrer Vasallen betrachten.

Wikileaks Veröffentlichungen absolut begrüßenswert

Seit langer Zeit ist die US Außenpolitik ein Synonym für Gewalt, Drohung, Terror und schmutzige Kriege. Das verbürgen nicht nur allgemein verfügbare Informationen zu den verschiedensten Operation des Auslandsgeheimdienstes CIA und anderer Regierungsstellen, sondern auch weniger allgemein verfügbare Informationen. Auch in jüngster Zeit nährt das Gebaren der US Regierung und ihrer Akteure den Verdacht, dass die Öffentlichkeit nicht richtig, nicht der Wahrheit entsprechend, aber vor allem unvollständig über aktuelle Zusammenhänge informiert wird. Zeit genug also, mehr Transparenz zu schaffen und den verschiedensten Menschen eine weitere Informationsquelle zu erschließen, auf deren Grundlage sie sich qualifiziertere Meinungen als bisher bilden können.

Aber natürlich ist es genau das, wovor viele Politiker so viel Angst wie der Teufel vor dem Weihwasser haben. Denn: Lügengebäude brechen zusammen, Heucheleien können auffliegen, dreckige Praktiken offenbar werden. Die eigene Position dieser Politiker wird ins Schwanken gebracht, die Legitimierung deren Handlungen in Frage gestellt und der Zorn der Belogenen geschürt und damit im schlimmsten Fall der Rückhalt für die eigenen Regierungen geschwächt.