Die Musiker-Community AcidPlanet bietet regelmäßig Remix-Wettbewerbe an, die für alle Mitglieder offen stehen. Aktuell u.a. auch den Song “Sunrise” (wunderbarer Song!) der Künstlerin “Shannon Hurley“. Weitere aktuelle Wettbewerbe laufen mit den Künstlern/Bands Broadjam, OshO, Ready Fire Aim und Space Junky. Die Deadline für den Shannon Hurley-Remix-Wettbewerb ist der 31. Juli 2008, 12:00 Uhr Lokalzeit.
In der Vergangenheit konnten so auch Hobby-Musiker mit “echtem” Material der Profis arbeiten und die Chance einer Veröffentlichung erhalten. Künstler wie Madonna, Chemical Brothers, t.A.T.u, Schneider TM oder PitchShifter garantieren Abwechslung und die verschiedensten Musikrichtungen.
Das Ausgangsmaterial ist im Falle von Shannon Hurley sehr gut. Mich persönlich stört es jedoch, wenn es sich nicht um sog. “trockenes” Material (also ohne jegliche Effekte) handelt oder das Material vom Bus und nicht von den einzelnen Spuren abgegriffen wurde. Leider wurde auch beim Material von Shannon Hurley bereits kräftig editiert, bevor es an AcidPlanet zum Remix ging. Davon abgesehen macht es mir wirklich Freude, mit dem Material zu arbeiten – ich mag die Stimme von Shannon Hurley sehr.
Wer an den Wettbewerben teilnehmen will, muss sich zunächst bei AcidPlanet ein Künstlerprofil anlegen. Das geht schnell und ist einfach. Danach kann nicht nur an allen Wettbewerben teilnehmen, sondern auch bereits vorhandene eigene Stücke hochladen und der Community zur Bewertung oder zum Hören anbieten.
Allerdings hat die Sache auch ein paar Haken, die nicht verschwiegen werden sollten. AcidPlanet war früher ein eigenständiges Portal für Benutzer der Software ACID der Firma SonicFoundry. Mittlerweile gehört das Portal der Firma Sony (ebenso wie die Software), was der Qualität meiner Meinung nach nicht unbedingt zuträglich war. Der Aufkauf von ACID durch Sony war zudem auch der “Todesstoß” für diese eigentlich hervorragende Software. Ob man das nun als Haken betrachten will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich lade seit dem Wechsel der Besitzer jedenfalls keine eigenen Stücke mehr hoch.
Die Preise für erfolgreiche Remixe sind – sagen wir mal – dürftig. Es gibt fast immer eine “Pro”-Version der Software ACID (Die völlig unzureichende XPress-Version ist dagegen kostenlos für Windows verfügbar), Merchandising des Künstlers (also T-Shirts und andere nutzlose Dinge) sowie i.d.R. irgendein geringwertiges Produkt von Sony (PSP, eReader o.ä.) und ein paar Loop-Bibliotheken. Alles in allem also recht wertloser Plunder. Aber schließlich nimmt man ja dort nicht wegen der Preise teil, sondern wegen der Ehre – oder?
Ein weiterer Punkt ist die Fokussierung auf Windows als Betriebssystem und Zielplattform. Sowohl Teilnahmen am Remix-Wettbewerb als auch die Uploads der eigenen Stücke müssen im WMA-Format erfolgen (zumindest bei den eigenen Stücken darf hinterher auch noch eine MP3-Version nachgeschoben werden. Dadurch sind Nutzer anderer Plattformen (und auch anderer Software) stark benachteiligt. Die Fokussierung auf ACID-Nutzer mag eine Erklärung dafür sein, jedoch lassen sich auch mit ACID plattformneutrale Resultate produzieren.
Die Lizenzbedingungen sind sorgfältig zu studieren. Als Mitglied von Musiker-Communities räumt man den Betreibern mal mehr mal weniger Nutzungs- und Verwertungsrechte ein. Man selbst geht dabei jedoch i.d.R. leer aus. Wer das vermeiden will, sollte sich sehr genau die Lizenzbedingungen durchlesen und danach entscheiden, ob sie akzeptabel sind oder nicht.
Letztlich sei darauf hingewiesen, dass AcidPlanet nur in englischer Sprache genutzt werden kann. Es gibt keinen Sprachumschalter. Wer Probleme mit dem Englischen hat, dürfte sich bei AcidPlanet nicht sonderlich wohl fühlen.

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