Nach 6 Monaten Wohnungssuche in München bekommt man ein dickes Fell gegenüber allerlei Unverschämtheiten von Immobilienmaklern und solchen, die sich so nennen.
Neu hingegen war für mich der plumpe Versuch der AkuRat Service Group Immobilien, mich mit verschleierten Links in einer HTML-E-Mail zum Klick auf einen personalisierten Link zu einem sog. “Online-Formular” zu verleiten.
Das Formular selbst entpuppte sich als Vermittlungsauftrag. Gebeten hatte ich jedoch um einen Besichtigungstermin für ein bestimmtes Objekt.
Wie man am Screenshot schön sehen kann, glänzt der Auftritt dies “Maklers” nicht nur durch eine ausgefeilte persönliche Anrede, sondern durch augenscheinlich saubere Links – wenngleich das in Anführungszeichen gesetzte “Online Formular” bei mir bereits zu verstärkter Aufmerksamkeit geführt hat: So etwas gibt’s in Spam-Mails, über die Heizpilze vertickt werden sollen oder in der ein oder anderen Phishing-Mail. Grund genug also, vor dem Klick zu schauen, wo die Links hinführen.
Und so sehen sie dann aus, die harmlosen Links:
http://www.akurat.net/ihre-objektanfrage/vermittlungsauftrag.html? vorname=[anonymisiert]&nachname=[anonymisiert]&email=[anonymisiert]& objektnr1=[anonymisiert]&objektbezeichnung1=[anonymisiert]
Netter Versuch! Allerdings ist das feine Unternehmen damit direkt in meiner Inbox durchgefallen. Das dahinter liegende Formular kann man aber glücklicherweise auch ohne Parameter aufrufen. Fairer Weise sei erwähnt, dass die Links in einem Mail-Programm mit einem Text-Only-Modus die Links aus technischen Gründen in voller Pracht erscheinen – leider hat nicht jeder ein solches Programm und wenn, dann noch lange nicht so konfiguriert. Einen Screenshot spare ich mir an der Stelle – allerdings möchte ich das “Kleingedruckte” an dieser Stelle für sich selbst sprechen lassen:
Selbstredend, dass da noch AGB hinzu kommen, in denen es hauptsächlich um die wichtigen Dinge im Leben eines Makler geht: Natürlich nicht die Objekte oder die Kunden, sondern um die Provision. Ergänzend versucht man sich auch gleich vor Ansprüchen zu schützen, falls man mal versehentlich irrte oder unvollständig informierte. Meiner persönlichen Meinung nach kann auf diese Weise jedoch kein gültiger Vertrag zustande kommen und ich hege Zweifel, dass das alles in dieser Form statthaft ist.
Nichts desto weniger sollte jeder, der dieses Formular ausfüllt, vorerst davon ausgehen, dass die Damen und Herren kräftig mit dem Säbel rasseln, wenn sich die Gelegenheit bietet – weshalb sonst sollte man auf diese Weise vorgehen? Und noch einmal für’s Gedächtnis: Ich habe nicht etwa konkretes Mietinteresse bekundet, sondern um einen Besichtigungstermin gebeten – mehr nicht. Da verzichte ich doch lachend nicht nur auf die Besichtigung, sondern setze dieses Unternehmen auch gleich auf meine persönliche Schwarzliste. Meiner Meinung nach passt der Name “AkuRat” zu einem solchen Auftreten nicht wirklich. Auf mich wirkte das gesamte wahrgenommene Auftreten so, als wäre am anderen Ende nur ein gieriger Mensch – auf diese Form der “Wertschätzung” verzichte ich allerdings gerne.



Heute hat mich die nette Leiterin Marketing & Vertreib der AkuRat Service Group Immobilien angerufen und u.a. darauf hingewiesen, dass die AGB in der Zwischenzeit überarbeitet worden sind.
Der – bis jetzt – sachlich unbegründeten Forderung, meine Meinung zu löschen, werde ich jedoch nicht nachkommen. Einerseits fehlt bisher dafür eine sachliche Grundlage. Andererseits lasse ich mich nicht mit der Drohung, dass über mich negatives auf einer anderen Homepage veröffentlich wird, erpressen oder einschüchtern.
Allerdings festigt der Versuch meine schlechte Meinung über das Unternehmen und bekräftigt meinen Entschluss, mit der AkuRat Service Group Immobilien keinerlei Geschäfte zu tätigen.