Als ich zum ersten Mal von dem gigantischen “Rettungsschirm” gehört habe, der geschlossen von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds in einer – für Außenstehende – Eilaktion beschlossen wurde, war ich schockiert und beeindruckt zugleich. Kurz danach fragte ich mich, welche Bedrohung die Staaten zu dieser Geschlossenheit verleiten konnte und was Grund für ein derart massives Finanzpaket von rund 750 Milliarden Euro sein kann.
Bei meinen Recherchen habe ich etwas über “Financial Warfare” und “Economic Warfare” gelernt – also ein Art der Kriegsführung auf finanzieller oder wirtschaftlicher Ebene. Klassischer Weise werden derartige Methoden von Staaten gegen andere Staaten angewendet, um diese zu schwächen oder z.B. zur Unterlassung von Rüstungshandlungen zu bewegen. In der jüngeren Geschichte werden solche Angriffe auch gegen terroristische Vereinigungen geführt, um deren Finanzierung zu erschweren oder gar ganz zu blockieren.
Neu scheint zu sein, dass Investoren und Unternehmen – also Personen und Organisationen, die nicht zu einer Regierung gehören – sich dieser modernen Form der Kriegsführung bedienen um rein eigennützige finanzielle Ziele zu verfolgen. Konkret spreche ich hier von einer orchestrierten und gezielten Attacke auf geschwächte Länder in der Euro-Zone mit dem klar definierten Ziel, die Stabilität und den Wert des Euro nachhaltig zu beschädigen um auf diesen Weg den US Dollar wieder zu einer starken Währung werden zu lassen. Dabei handelt es sich nicht um eine Verschwörungstheorie, sondern um ein erkennbar strategisches Vorgehen vornehmlich amerikanischer Investoren und Unternehmen.
Dieser Sachverhalt ist auch eine Erklärung für die Entschlossenheit, die Geschwindigkeit und die Massivität der Maßnahmen, die die EU in bisher kaum dagewesener Einigkeit beschlossen haben. Es ist aber auch ein Warnsignal für die Bürger in Europa – denn defacto wird der europäische Staatenbund derzeit von Finanzterroristen attackiert, die für ihren eigennützigen Vorteil den Ruin ganzer Volkswirtschaften, Armut ganzer Bevölkerungsschichten bis hin zu Unruhen und Bürgerkrieg in kauf nehmen. Der Sachverhalt sollte aber auch ein Signal dafür sein, dass wir in Europa enger zusammen rücken und uns gegenseitig den Rücken stärken, um uns besser gegen Finanzterror und neuartige Methoden der verdeckten Kriegsführung zu schützen.
Es wäre jedoch auch an der Zeit, dass Kanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle hier die Bevölkerung aufklären – nicht zuletzt um größeres Verständnis und breitere Unterstützung für die sicher noch auf uns alle zukommenden Einschnitte zu erhalten. Schweigen und um den heißen Brei herum reden ist jedenfalls der Glaubwürdigkeit abträglich – ebenso wie das noch immer vernehmbare Festhalten an der Steuersenkungslüge, auch wenn sie auf 2013 vertagt wurde.
Linksammlung (in englischer Sprache)
- http://tarpley.net/2010/03/04/financial-warfare-exposed-soros-goldman-sachs-hedge-funds-attack-greece-to-smash-euro/
- http://www.rense.com/general90/euro.htm
- http://www.worldpoliticsreview.com/blog/5218/the-greek-debt-crisis-as-asymmetric-economic-warfare
- http://english.ruvr.ru/rtvideo/2010/03/03/video_5000697.html
- http://www.dollarsandsense.org/archives/2010/0510epitropoulos.html



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